Der Zinssatz für einen Kredit oder eine Geldanlage bezieht sich auf den Zeitraum von einem Jahr. Sind für einen Kredit von 10000 Euro 5 Prozent Zinsen zu zahlen, ergibt sich ein Betrag von 500 Euro pro Jahr ohne Tilgung. Diesen Zinssatz nennt man den Nominalzins.

Nominalzins berücksichtigt keine Kosten & Gebühren

Der Nominalzins gibt jedoch nicht immer die wirklichen Kosten für einen Kredit wieder. Bei einem Bauspardarlehen etwa stellt die Bausparkasse verschiedene Kosten in Rechnung, die meist zu Darlehensbeginn gezahlt werden müssen.
Bei Verbraucherkrediten können ebenfalls Gebühren fällig werden, deren Kosten nicht im Nominalzins enthalten sind. Häufig werben Banken auch mit dem monatlichen Rate für einen Kredit, diese setzt sich zusammen aus dem Nominalzins einerseits und der Tilgung für den Kredit andererseits. Die wirklichen Kosten für einen Kredit verschwinden hinter einem monatlich zu zahlenden Betrag, der nicht erkennen lässt, was der vereinbarte Kredit wirklich kostet.

Effektivzins – Nominalzins plus alle weiteren Kosten

Effektiv bedeutet soviel wie ‚tatsächlich‘. Damit ist bereits erklärt, warum der Effektivzinssatz wesentlich wichtiger ist als der Nominalzins. Ein Vergleich zwischen den Zinssätzen verschiedener Anbieter macht nur Sinn, wenn die jeweiligen Effektivverzinsungen, auch effektiver Jahreszins genannt, gegeneinander gestellt werden. Im Rahmen der Preisangabenverordnung sind sämtliche Kreditgeber verpflichtet, die „Gesamtkosten des Verbraucherdarlehens … einschließlich der Kosten…als effektiven Jahreszins“ auszuweisen (Preisangabenverordnung, § 6 Verbraucherdarlehen). Manche Banken werben mit dem Nominalzins, der immer niedriger liegt als der Effektivzins und nennen den Effektivzins im Kleingedruckten. Der Verbraucher kann sicher sein: Wählt er den Kredit mit dem niedrigeren effektiven Jahreszins, hat er sich für die preiswertere Variante entschieden.