Laughing male caretaker and senior man using tablet computer at nursing home porch

Ein Alltagsbegleiter – nicht mit dem Pflegeassistenten zu verwechseln- ist mit der Betreuung Pflegebedürftiger in Pflegeeinrichtungen, in Privathaushalten und bei ambulanten Pflegediensten betraut. Diese umfassende Beschäftigungsbezeichnung geht auf das Pflegestärkungsgesetz vom 01.01.2015 zurück.

Rechtsgrundlage und Qualifikationen der Alltagsbegleiter

 

Seit 2008 gibt es den Beruf des Alltagsbegleiters. Damit sollte zunächst ein Ausgleich der massiven Mängel in der Pflege zumindest angegangen werden.
Nach mindestens 160 Stunden Unterricht und 40 Stunden Hospitanz in Pflegeeinrichtungen kann jemand Alltagsbegleiter sein. Diese Stunden leistet der Anwärter in Form einer Qualifizierung ab, es handelt sich hierbei nicht um eine Berufsausbildung. Geleistet wird diese Qualifizierung in privaten und kirchlichen Einrichtungen, oft wird dies von der Bundesagentur für Arbeit unterstützt und in Altenpflegeschulen durchgeführt.

Es werden Teilbereiche der Pflege, Hygiene und allgemeinen Betreuung gelernt. Da die Betreuung Pflegebedürftiger oft von gelernten Altenpflegern übernommen wird, entfallen auf einen Alltagsbegleiter eher hauswirtschaftliche Aufgaben, die Beschäftigung mit dem zu Pflegenden und die Strukturierung des Alltags fällt in seinen Verantwortungsbereich.
Im elften Sozialgesetzbuch ist geregelt, was genau zu den Qualifikationen und Aufgaben für Alltagsbegleiter gehört: der § 87 Abs. 3 SGB XI enthält dazu die Richtlinien, die allerdings keine klaren Grenzen zwischen pflegerischen und betreuenden Aufgabenbereichen enthält.

Aufgaben wie Essen anreichen oder Toilettengänge werden von Einrichtung zu Einrichtung unterschiedlich gehandhabt. In anderen Paragraphen wird allerdings zumindest die Richtung klar, in der sich ein Alltagsbegleiter bewegt (z.B. § 2 Abs. 2): als Beispiele aufgeführt sind hier: malen und basteln, handwerkliche Arbeiten und leichte Gartenarbeiten, Haustiere füttern und pflegen etc..
Leider ist auch der Beruf Alltagsbegleiter von generellen Problemen im Bereich Pflege betroffen, die Qualifikation ist oft nicht ausreichend und die Bezahlung lässt oftmals zu wünschen übrig.

Wie komme ich zu einem Alltagsbegleiter und wie wird dieser bezahlt?

 

Grundsätzlich kann jeder Alltagsbegleiter engagieren, der sich bei der oft aufopferungsvollen Pflege eines Angehörigen unterstützen lassen will. Ist kein Pflegegrad vorhanden, bzw. bewilligt, ist dieser aus eigener Tasche zu bezahlen. Da die Kosten für einen Alltagsbegleiter von Anbieter zu Anbieter stark variieren, ist hier vorhergehende Angebotseinholung unbedingt ratsam.
Der Alltagsbegleiter sollte keinesfalls mit einem Pflegebegleiter verwechselt werden, denn nicht nur die Aufgaben unterscheiden sich maßgeblich, es unterscheidet sich auch die Entlohnung: ein Pflegebegleiter arbeitet ehrenamtlich und begleitet lediglich bei Behördengängen und dgl., er übernimmt keinerlei pflegerische oder betreuende Aufgaben.
Vor Inkrafttreten des Pflegestärkungsgesetzes bis 2016 wurden Alltagsbegleiter nur dann von der Pflegekasse bezahlt, wenn es sich um Patienten mit Demenz oder Alzheimer gehandelt hat. Das hat sich zum Glück durch die neuen Pfegegrade und Bestimmungen maßgeblich geändert.
Mit Pflegegrad können Alltagsbegleiter von der Pflegekasse bezahlt werden. Entweder durch die Verhinderungspflege, um pflegende Angehörige zu unterstützen. Nur Kosten, die über die dafür üblichen Sätze hinausgehen, müssen dann selbst erstattet werden.

Es besteht auch die Möglichkeit, um Angebote zur Unterstützung im Alltag zu bitten, bzw. hierzu einen Antrag zu stellen, dafür gewährt die Pfegekasse 125€ monatlich.

Wird ein Alltagsbegleiter während einer Heimunterbringung oder bei stationärer Pflege eingesetzt, wird dieser vom Betreiber des Heims oder der Pflegestation vergütet.

 

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Welche Aufgaben hat der Alltagsbegleiter konkret?

 

Was ein Alltagsbegleiter mit oder für den Pflegebedürftigen konkret tut, wird individuell festgelegt.
Pflegende Angehörige vergessen bei der Pflege oft, sich über die oft aufopferungsvolle Pflege des Angehörigen hinaus auch um sich selbst zu kümmern. Sie investieren oft einen erheblichen Zeitaufwand in das Wohlergehen des zu Pflegenden, übersehen dabei aber die eigenen Bedürfnisse und Befindlichkeiten. Um der eigenen physischen und psychischen Gesundheit willen, sollten jedoch unbedingt Freiräume und Auszeiten eingeplant werden.
Genau hier können Alltagsbegleiter als allererstes eine hilfreiche Unterstützung sein, die kleinere Dienste, Betreuungen und Zuarbeiten abnehmen.

Aber auch bei der Unterbringung in Pflegeheimen oder Senioren-WG’s leisten Alltagsbegleiter gute Dienste und sind für viele Patienten aus ihrem Alltag nicht mehr weg zu denken.

Die individuelle Festlegung der Aufgaben eines Alltagsbegleiters richtet sich nach dem allgemeinen Zustand des Patienten. Ein bettlägriger Mensch bedarf anderer Umsorgung, als jemand, der sich noch frei bewegen kann und handlungsfähig ist.
So begeistert einen Bettlägrigen vielleicht ein Brettspiel oder vorgelesene Zeitungen und/ oder Bücher, ein noch selbstständiger Dementer möchte aber vielleicht lieber Spaziergänge machen oder andere Mobilisation erleben.
Tatsächlich betrifft diese individuelle Ausrichtung auf einerseits den Allgemeinzustand des zu Pflegenden, als auch auf seine Wünsche den Kern des Alltagsbegleiters. Er kümmert sich eher wenig um Pflege oder reine Versorgung, sondern unterstützt den Pflegebedürftigen dabei, psychisch und seelisch im Einklang zu bleiben. Die Beibehaltung sozialer Interaktion, das Anteilnehmen und die –so möglich- tatsächlich kulturelle Teilhabe sorgt für eine immense Steigerung des Lebensgefühls und damit zur Beibehaltung geistiger und körperlicher Gesundheit.

Eine Übersicht der möglichen Tätigkeiten eines Alltagsbegleiters finden Sie hier:

  • Singen oder Einüben von Liedern, Brettspiele spielen, Zeitungen/ Bücher vorlesen, malen, basteln, je nach Neigung des Patienten
  • Hilfe und Unterstützung oder Mitwirkung bei handwerklichen Tätigkeiten und Gartenarbeiten, die der Pflegebedürftige tun möchte
  • Kochen und Backen
  • Dazu Hilfe bei hauswirtschaftlichen Tätigkeiten (Wäsche waschen, Staub wischen, bügeln, Geschirr spülen, etc.)
  • Begleitung der Demenzpatienten oder Pflegebedürftigen zum sportlichen oder Freizeitaktivitäten
  • Spaziergänge, Tanzen oder andere Bewegungsübungen/ Mobilisierungen
  • Begleitung zum Friseur, zu Ämtern/ Institutionen, zu Ärzten oder Therapeuten, Suche nach geeigneten Therapiemaßnahmen usw.
  • Begleitung zu Einkäufen, zum Friedhof, kultureller Veranstaltungen.
  • Gespräche zu für den Pflegebedürftigen belastenden, berührenden oder interessanten Themen führen
  • Beratung zu Hilfeangeboten wie Essen auf Rädern oder Physiotherapeuten Aber auch die Sterbebegleitung kann mit zu den Aufgaben eines Alltagsbegleiters gehören, falls dieser darauf geschult und vorbereitet ist.