Ein Pachtvertrag ist ein Dauerschuldverhältnis zwischen zwei Parteien über eine Pachtsache, z.B. ein Grundstück. Die eine Partei stellt dabei den Verpächter dar, die andere den Pächter. Der Verpächter gewährt dem Pächter die Nutzung der Pachtsache über einen bestimmten, vertraglich festgelegten Zeitraum. Dabei darf der Pächter auch über alle Erträge und Früchte, die aus dem Gebrauch der Pachtsache gewonnen wurden, nach eigenem Gutdüngen verfügen. Im Gegenzug hat der Pächter einen vereinbarten Pachtzins an den Verpächter zu entrichten.

Der Unterschied zwischen einem Mietvertrag und einem Pachtvertrag ist nicht immer leicht zu bestimmen. Ein wichtiges Merkmal des Pachtvertrages ist aber, dass der Pächter das Pachtgut uneingeschränkt wirtschaftlich nutzen und dabei den erwirtschafteten Gewinn vollständig behalten darf. Lediglich der vereinbarte Pachtzins ist an den Verpächter zu zahlen.

Laufzeit und Kündigung von Pachtverträge

Pachtverträge können von den Vertragsparteien zeitlich befristet werden. Wenn die Dauer jedoch mehr als drei Jahre beträgt und eine Partei über eine Fortsetzung des Verhältnisses angefragt wird, verlängert sich der Vertrag auf unbestimmte Zeit, wenn die Anfrage nach einer Frist von drei Monaten nicht beantwortet wird. Unbefristete Pachtverträge können ordentlich mit einer effektiven Kündigungsfrist von zwei Jahren gekündigt werden. Außerordentliche Kündigungen mit sofortiger Wirkung sind ebenfalls möglich, z.B. bei Tod einer der Vertragspartner.

Spezielle Pachtverträge

Landpachtvertrag. Bekannter Pachtvertrag, der den Gebrauch von Grundstücken regelt. Eine Besonderheit des Landpachtvertrages ist, dass man als Pächter dazu verpflichtet ist, das Grundstück während der Pachtzeit auch wirtschaftlich zu nutzen und nicht brachliegen zu lassen. So wird eine Verschwendung von Grundstücken verhindert.

Gaststättenpacht. Bezieht sich auf die Verpachtung von Gebäuden zur Nutzung von gastronomischen Einrichtungen darin. Diese Verträge sind oft kombiniert mit Lieferverträgen, die die Belieferung durch Bier von den Brauereien regeln.

Es gibt noch weitere Sonderpachtverträge, darunter auch Fischerei- und Jagdpachten, in denen es um das Recht aufs Jagen und Fischen geht, sofern gewisse Voraussetzungen erfüllt werden.