Mit zunehmendem Alter fällt vielen Senioren die Bewältigung von alltäglichen Dingen schwer. Der Haushalt wird dann häufig zu einer täglichen Herausforderung. Dinge wie Staub wischen, einkaufen, Betten machen, kochen oder bügeln gehen nicht mehr so einfach von der Hand. Noch schwieriger wird es jedoch, wenn zusätzlich noch altersbedingte Erkrankungen wie Arthrose, Sehbehinderung, Diabetes oder ein Schlaganfall für Einschränkungen in der allgemeinen Mobilität sorgen. Dann ist in der Regel Hilfe von außen gefragt. Nicht alle Senioren haben jedoch Angehörige oder eine Familie, die ausreichend Zeit hat ihnen zur Seite zu stehen. Eine ambulante Pflege ist hier die passende Lösung.

Wo gibt es ambulante Pflegedienste?

Die Adressen von ambulanten Pflegediensten finden Sie im Internet, im Branchenbuch oder Sie können die Ansprechpartner für ambulante Pflege bei Beratungsstellen erfahren. In den meisten Regionen Deutschlands bieten soziale Organisationen wie die AWO, Diakonie, Caritas oder das Rote Kreuz eigene Pflegedienste an. Jedoch gibt es auch eine Reihe privater Pflegedienste, die Senioren und Menschen mit chronischen Erkrankungen oder Behinderungen Hilfe und Unterstützung bieten.

Was leisten ambulante Pflegedienste?

Ein ambulanter Pflegedienst kann, je nach persönlichem Bedarf, ganz unterschiedliche Aufgaben wahr nehmen. Dazu gehören Tätigkeiten wie:

  • Hilfe beim An- und Auskleiden
  • Hilfestellung beim Aufstehen und Zubettgehen
  • Hilfe beim Waschen, Duschen und Baden
  • Hilfe bei der Nahrungsaufnahme
  • Haushaltshilfe (einkaufen, kochen, putzen und bügeln)
  • das Vorbereiten von Medikamenten und deren Verabreichung
  • das Verabreichen von Injektionen, Zäpfchen usw.
  • Unterstützung beim An- und Ablegen von Hilfsmitteln (Hörgerät, Brille, Korsett, Beinschienen)
  • Umgang mit Sonden, Kathetern, Stomaversorgung usw.
  • Blutdruck und Blutzuckerkontrollen
  • Begleitung bei Toilettengängen und Inkontinenzversorgung
  • Gespräche mit Therapeuten und Ärzten
  • Betten und Lagern von Bettlägerigen
  • Begleitung bei Arztbesuchen

Wann erhalte ich Hilfe durch einen Pflegedienst?

Alle Personen, die gesundheitliche Einschränkungen haben und nach einer Begutachtung durch den MDK (medizinischer Dienst der Krankenkassen) eine Pflegestufe zuerkannt bekommen haben, haben Anspruch auf Leistungen aus der Pflegeversicherung. Entsprechend der Höhe der Pflegestufe wird auch der Hilfebedarf berechnet und die Pflegeleistungen des Pflegedienstes mit der Krankenkasse bzw. der Pflegeversicherung abgerechnet. Welchen Pflegedienst Sie in Anspruch nehmen möchten, bleibt dabei ganz Ihnen überlassen.

Vorteile eines Pflegedienstes

Für Senioren, die nur wenig Hilfe im Alltag benötigen und möglichst lange in den eigenen vier Wänden bleiben möchten, ist der Einsatz eines Pflegedienstes eine gute Lösung. Aber auch schwerer Pflegebedürftige, die noch Angehörige haben, profitieren von einem Pflegedienst. Pflegende Angehörige sind häufig sehr großen physischen und psychischen Belastungen ausgesetzt. Somit ist die Unterstützung durch einen externen Pflegedienst eine willkommene Hilfe, die viele Familien gerne annehmen. Nicht vergessen werden sollte dabei auch, dass Angehörige in der Regel keine Pflegeprofis sind und häufig mit der Betreuung und Pflege bei mitunter komplizierten Erkrankungsbildern überfordert sind. Darüber hinaus kann ein Pflegedienst Ihnen auch wertvolle Tipps geben, wie der Alltag ein wenig leichter werden kann. Darunter fällt unter anderem auch das Thema Hilfsmittelversorgung. Je nach Diagnose und Krankheitsbild haben Patienten Anspruch auf die Versorgung mit Hilfsmitteln. Dazu gehören unter anderem:

  • Gehhilfen
  • Hörgeräte
  • Dusch- und Badehilfen
  • Toilettenstühle und Toilettenerhöhungen
  • Blindenstöcke
  • Rollstühle
  • Pflegebetten
  • Lesehilfen
  • Lesegeräte für Blinde
  • Rollatoren und Gehstöcke
  • Anziehhilfen usw.

Mit dem Einsatz des richtigen Hilfsmittels lassen sich die Mobilität und die Selbständigkeit im Alltag häufig noch erhöhen bzw. länger erhalten. Wem die von der Kasse bereit gestellten Hilfsmittel nicht genügen, kann gegen einen Aufpreis ein höherwertiges Hilfsmittel erhalten. Ob Rollstuhl, Rollator, Gehstock oder sprechende Uhr, selbstverständlich sind Hilfsmittel jeglicher Art auch in Sanitätshäusern oder bei Internetanbietern privat frei verkäuflich.

Ambulante Tagespflege als alternative Lösung

Wer trotz Pflegebedürftigkeit nicht in ein Heim möchte und ambulante Hilfe wie einen Pflegedienst nicht in Anspruch nehmen möchte oder kann, hat außerdem die Möglichkeit eine der verschiedenen Tagespflege-Einrichtung in Deutschland zu besuchen. Dort stehen Pflegekräfte von morgens bis zum späten Nachmittag zur Verfügung und am Abend kehren die Betreuten wieder in ihre eigene Wohnung zurück. Einrichtungen dieser Art sind häufig an ein Seniorenheim angegliedert oder werden von einer der sozialen Organisationen als unabhängige Einrichtung betrieben. Auch hier ist die Voraussetzung eine Pflegestufe.