Wenn tägliche Lebensaufgaben zur Belastung werden

Es ist kein Geheimnis, dass viele Senioren so lang wie möglich in der eigenen Wohnung oder im eigenen Haus bleiben möchten. Die Angst, wenn körperliche Fähigkeiten nachlassen, in ein Pflegeheim zu übersiedeln, kann – dank mobiler Pflegekräfte und Haushaltshilfen – genommen werden. Sie unterstützen die Rentner bei ihren täglichen Arbeiten und sorgen somit, dass sie in ihren eigenen vier Wänden bleiben können.

Stellen Haushaltshilfen eine Alternative dar?

Wenn die täglichen Aufgaben des Lebens immer schwerer fallen, muss man sich erst einmal eingestehen, dass man Hilfe braucht. Die Sehkraft lässt nach, es ist mehr Energie für die Hausarbeit notwendig und die Sicherheit, auf einer Leiter die Glühlampe zu wechseln, verschwunden. Aus Stolz und Selbstüberschätzung passieren im hohen Alter immer wieder schwere Unfälle. Hilfe kommt von den Angehörigen. Kinder oder Enkelkinder helfen bei den Einkäufen, beziehen die Betten und wechseln defekte Glühlampen aus. Doch auch die Liebsten sind nicht immer verfügbar. Damit diese nicht an ihre Grenzen stoßen, ist es ratsam, Pflegedienste in Anspruch zu nehmen. Auch wenn dabei immer wieder an die reine Körperpflege gedacht wird, übernehmen Pflegedienste auch andere Tätigkeiten. Sie liefern das Mittagessen, helfen bei der Wohnungsreinigung und unterstützen ältere Herrschaften bei den täglichen Lebensaufgaben. Damit Haushaltshilfen eingestellt werden können, müssen jedoch ein paar Dinge im Vorfeld berücksichtigt werden:

  • Haushaltshilfen anstellen: Schwarzarbeit ist illegal und kann mit Geldbußen bis zu 1.000 Euro bestraft werden
  • Minijob-Zentrale: Über die Minijob-Zentrale können die Haushaltshilfen eingestellt werden und dürfen bis zu 450 Euro pro Monat verdienen
  • Plattformen nutzen: Im Internet gibt es zahlreiche Plattformen, welche Haushaltshilfen vermitteln
  • Versicherung: Haushaltshilfen sollten kranken- und haftpflichtversichert sein
  • Die Frage nach der Finanzierung

Erhält der Rentner Pflegegeld, kann er seine Haushaltshilfe davon bezahlen. Erfüllt der Rentner nicht die Voraussetzungen zum Erhalt der Pflegestufe 1, kann er die Pflegestufe 0 beantragen. Der MDK, der Medizinische Dienst der Krankenkassen, entscheidet sodann darüber, ob der Rentner die dafür vorgesehenen Ansprüche erfüllt. Mit Erhalt der 0er Pflegestufe, erhält der Rentner – sofern ein professioneller Pflegedienst engagiert wird – Pflegesachleistungen. Jene haben einen Wert von 225 Euro. Bei privaten Haushaltshilfen beträgt der Wert 105 Euro. Auch bei vorrübergehenden Hilfestellungen gibt es finanzielle Unterstützung. Dabei kann sich der Rentner – je nach Zuständigkeit – an die Krankenkasse oder Deutsche Rentenversicherung wenden. Die vorrübergehende Hilfestellung erfolgt, wenn der Rentner alleine lebt oder es keine andere Person im gemeinsamen Haushalt gibt, welche die anfallenden Aufgaben übernehmen könnte. Haushaltsnahe Dienstleistungen können in weiterer Folge im Rahmen der Steuererklärung angegeben werden. Dabei erhalten die Rentner 20 Prozent der Kosten zurück. Die Höchstgrenze beträgt 20.000 Euro. Wichtig ist, dass die Aufwendungen immer mit einer Rechnung belegt werden.

Die erste Kontaktaufnahme

Der Rentner hat alle persönlichen und finanziellen Fragen geklärt und freut sich auf den Tag, an dem die Haushaltshilfe das erste Mal seine Wohnung betritt. Er muss sich weder schämen, noch vor dem Personal fürchten; die Haushaltshilfe ist verpflichtet Diskretion zu wahren. Wichtig ist, dass das Personal Wünsche und auch Bedenken ernst nimmt. Die Chemie muss stimmen; Vertrauen ist das oberste Gebot. Wer sich mit seiner Haushaltshilfe nicht versteht, kann natürlich auch Kontakt mit der Personalvermittlung aufnehmen und darum bitten, eine andere Haushaltshilfe zu entsenden. Zu Beginn sollte der Rentner auch klären, ob Reinigungsmittel oder diverse Putzutensilien benötigt werden oder ob der Hausherr jene zur Verfügung stellt. Bei der ersten Reinigung ist es ratsam, die gesamte Zeit anwesend zu sein, um etwaige Fragen zu beantworten. Vor Beginn der Tätigkeit, sollten der Haushaltshilfe auch die Wohnung und mitunter die Orte der Reinigungsgeräte gezeigt werden. Werden wertvolle Gegenstände gelagert, die mitunter besonderer Vorsicht bedürfen, sollte er die Haushaltshilfe darüber in Kenntnis setzen.

Die Nachbesprechung – Klärung der Fronten

Nach der ersten Reinigung ist es ratsam, einen gemeinsamen Rundgang durch die Wohnung zu führen und das Abschlussgespräch zu suchen. Dabei kann der Rentner auf etwaige Mängel hinweisen oder durchaus seine Wünsche deponieren, wenn die Haushaltshilfe möglicherweise nicht genau gereinigt oder diverse Stellen vergessen hat. Ist alles in Ordnung, kann man sein Lob aussprechen und sich in weiterer Folge auf seine neue Unterstützung im Haushalt fixieren. Dabei kann man nicht nur die Telefonnummern tauschen, sondern mitunter auch einen Reserveschlüssel für die Wohnungstür mitgeben. Das erleichtert auch den weiteren Vorgang; der Rentner muss nicht daheim sein, wenn die Haushaltshilfe kommt und kann so etwaige Termine wahrnehmen.

Immer mehr Rentner entscheiden sich für eine Haushaltshilfe

1,7 Millionen alleinstehende Rentner bekommen Unterstützung von Haushaltshilfen. So bleibt den Alleinstehenden mehr Zeit für Dinge, die sie gerne unternehmen und bringen sich – auf Grund fehlender körperlicher Fähigkeiten – nicht in Gefahr, wenn sie etwaige Reparaturen oder Haushaltsarbeiten selbst durchführen.