Formen der Pflege

Jeder Mensch ist individuell, sowohl in seinem Wesen, als auch in seiner Entwicklung. Kein Wunder also, dass das auch im Alter so ist.
Menschen altern unterschiedlich und benötigen dementsprechend auch verschiedene Formen der Pflege, die sich nach ihren individuellen Bedürfnissen richtet.

Überbegriff: Häusliche Krankenpflege


Der Begriff Häusliche Krankenpflege fasst im Grunde die Grundpflege und Behandlungspflege mit hauswirtschaftlichen Tätigkeiten, die bei einem Pflegebedürftigen genauso anfallen, wie bei jedem anderen Menschen, zusammen.

Die Häusliche Krankenpflege wird im 11. Sozialgesetzbuch (SGB XI) geregelt und genau in diese drei Bereiche (Grundpflege, Behandlungspflege, hauswirtschaftliche Tätigkeiten) eingeteilt.

Die Häusliche Krankenpflege betrifft nicht nur Senioren oder Pflegebedürftige mit festgestelltem Pflegegrad, sondern auch vorübergehend Hilfebedürftige: Schwangere nach der Entbindung, Genesende nach einem Unfall oder einer Operation.

Als medizinische Leistung wird die Behandlungspflege von der Krankenkasse gezahlt, die Grundpflege und die hauswirtschaftlichen Tätigkeiten von der Pflegeversicherung.

Grundpflege

 

Zu den Leistungen der Grundpflege gehört neben Körperpflege, Ernährung und dem Sorgen für Mobilität, auch die Vorbeugung möglicher Krankheiten, die Förderung von Eigenständigkeit und Kommunikation. Für diese Leistungen ist die Pflegeversicherung zuständig.
Grundpflege können sowohl Angehörige, Betreuungspersonen, als auch Kranken- und Altenpfleger*innen und –helfer*innen leisten. Sie teilt sich in kleine und große Grundpflege auf.

Wenn ein Mensch sich –unabhängig vom Grund dafür- nicht mehr selbst waschen, ernähren, be- und entkleiden kann, dann benötigt er Pflege. Teilweise für kurze Zeit, altersbedingt aber auch oft für längere Zeit. Die Hilfe bei der Verrichtung dieser alltäglichen Grundbedürfnisse ist die Grundpflege.

Die Grundpflege wird anhand von Kategorien in kleine und große Grundpflege unterteilt, wobei die Kategorien und ihre Zugehörigkeit je nach Bundesland variieren.

Zur kleinen Grundpflege gehören jedoch meistens:
+ die Hilfe bei Auswahl von Kleidung und das An- und Entkleiden
+ Körperpflege (Gesicht, Oberkörper, Genital- und Gesäßbereich)
+ Mund-, bzw. Zahnpflege (inkl. evtl. vorhandener Prothese)
+ Hilfestellung beim Stuhlgang/ Wasserlassen (Begleitung zum WC oder Katheterpflege usw.)
Bei der großen Grundpflege kommen meistens folgende Punkte hinzu:
+ Ganzkörperwäsche in Dusche oder Wanne mit Haarwäsche/-trocknung
+ Rasur/ Nagelpflege
+ Hilfe beim Zubereiten/ Verabreichen von Nahrung
+ Hilfestellungen zur Beibehaltung der Mobilität

Außerdem gehören zur Grundpflege immer auch die Dekubitus- und Kontrakturenprophylaxe, das heißt die Vorbeugung von Wundliegen und Muskelverkürzungen. Die Prophylaxe von Pneumonie (Vorbeugung von Lungenentzündung), Thrombose, Obstipation (Verstopfung), Soor-/Parotitis (Pilze/ Entzündungen), Intertrigo (juckende/ nässende Stellen), Exsikkose (Austrocknung) gehören ebenfalls in den Bereich der Grundpflege.

Der Grad der Unterstützung, den ihr zu pflegender Angehöriger benötigt, lässt sich in fünf Kategorien einteilen.
Bei der Beaufsichtigung stehen Sie dem Pflegebedürftigen zur Seite, die Tätigkeiten selbst werden noch eigenständig ausgeführt.
Die Unterstützung bedeutet, Sie reichen dem zu Pflegenden Dinge an, bereiten sie vor oder leisten Hilfe, damit sie selbst ausgeführt werden können.
Im Rahmen der Anleitung tragen Sie Sorge, dass der Hilfsbedürftige gewisse Tätigkeiten auch wirklich ausführt und sie nicht vergisst, bzw. leiten sie tatsächlich die Tätigkeit an sich an und führen sie vor.
Die teilweise Übernahme bedeutet, dass sie neben der Vorbereitung auch Teile der eigentlichen Handlung ausführen müssen, weil der Pflegebedürftige dazu nicht mehr in der Lage ist.
Die vollständige Übernahme heißt genau das: Sie übernehmen die Tätigkeiten des Pflegebedürftigen vollständig, weil derjenige es allein gar nicht mehr kann.

Für die Grundpflege sieht der Gesetzgeber, bzw. die Pflegekasse gewisse Zeitfenster vor, nach denen sich professionelle Pflegekräfte richten müssen. Hier ist es ungeheuer vorteilhaft, wenn ein pflegender Angehöriger mehr Zeit und Geduld mitbringen kann.

Mit der Vorbereitung auf das Alter kann man nie zu früh beginnen, um im Fall der Fälle die richtigen Informationen direkt zur Hand zu haben.
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Behandlungspflege

 

Behandlungspflege bezeichnet nur medizinische Leistungen, die durch ausgebildete Pflegekräfte stattfindet. Das kann sowohl in der häuslichen Umgebung passieren, als auch in stationären Einrichtungen. Allerdings meint es nur die Pflege, die auf ärztliche Verordnung geschieht. So definiert es das Sozialgesetzbuch (SGB V).

Verordnet wird eine Behandlungspflege besonders dann, wenn durch das Pflegen zu Hause oder in einer Einrichtung ein Krankenhausaufenthalt verhindert oder verkürzt werden kann. In vielen Fällen ist die Verordnung sogar zwingend erforderlich, wenn z.B. ein Therapieerfolg nur erreicht werden kann, wenn der Pflegebedürftige auch zu Hause/ im gewohnten Umfeld weiterhin medizinisch versorgt wird.

Die Krankenkasse des Versicherten/ Pflegebedürftigen übernimmt die Kosten für eine Behandlungspflege. Nach 14 Tagen wird eine Erstverordnung durch den Arzt je nach Gesundheitszustand des Versicherten verlängert. Nach vier Wochen prüft der MDK (Medizinische Dienst der Krankenversicherer), ob die Behandlungspflege durch einen Pflegegrad abgelöst werden kann, der für zumindest 6 Monate festgestellt werden kann.

Pflegebedürftige müssen –wie auch alle anderen Versicherten- immer auch einen Teil selbst tragen: 10% der Kosten pro Tag bis zu 28 Kalendertage im Jahr. Diese Selbstbeteiligung entfällt für Grundsicherungsbezieher im Alter.

Wenn Behandlungspflege nicht ausreicht, um einen Menschen im Alltag angemessen versorgt zu wissen, kann darüber hinaus weitere Leistungen der Häuslichen Krankenpflege verschreiben.

Zur Behandlungspflege gehören die Messung des Blutdrucks und –zuckers, die Verabreichung von verschriebenen Medikamenten, eventuelle Wundversorgung, Inhalationen und die Versorgung von vorhandenen Zugängen, Katheterwechsel oder Einläufe, sogar intramuskuläre und subkutane Injektionen.

Hauswirtschaftliche Tätigkeiten


Zu den hauswirtschaftlichen Tätigkeiten, die im Rahmen der Häuslichen Krankenpflege von der Pflegekasse übernommen werden, gehören folgende Tätigkeiten:
einkaufen, Mahlzeiten zubereiten, Geschirr spülen, Bettzeug wechseln, heizen, Müll entsorgen und die Besorgung der für die Behandlungspflege benötigten Medikamente.

Als pflegender Angehöriger ist es sinnvoll, sich bei diesen hauswirtschaftlichen Tätigkeiten unterstützen zu lassen. Die Pflege und Unterstützung eines Pflegebedürftigen erfordert viel Energie und kostet viel Kraft. Um Hilfe zu bitten und sie im Rahmen der Häuslichen Krankenpflege in Anspruch zu nehmen, kann auch für den Pflegebedürftigen nur von Vorteil sein!